Das mysteriöse Kupplungsversagen

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HammerBlau
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Das mysteriöse Kupplungsversagen

Beitrag von HammerBlau » Freitag 9. Oktober 2020, 18:10

Hier ist schon oft über Standfestigkeit und Lebensdauer der originalen 3-Scheiben-Kupplung diskutiert worden. Ich hatte schon mehrere Fuffi von befreundeten Mitgliedern und Nichtmitgliedern, bei denen diese Kupplung mehr als 20000 Kilometer auf dem Buckel hatte und klaglos arbeitete.

Ich war deshalb sehr überrascht, als neulich eine Origunalkupplung nach nur gut 2500 Kilometern ohne erkennbares Muster Kraftschluss hatte, um im nächsten Augenblick so wild durchzurutschen, dass ein Vorankommen nicht mehr möglich war.

Den Befund stelle ich hier ein und bin für andere mögliche Ursachen offen.

Bei der Zerlegung der Kupplung fanden sich Belagstücke der verbrannt riechenden Reibscheibenbeläge nicht nur in den Belagvertiefungen, sondern auch in der Kupplungsspinne. Ausbrüche im Belag fanden sich ausschließlich auf der Belagseite, die an der Seite der Stahlscheiben in deren Stanzrichtung anlagen - und zwar mehrheitlich innen.

Ich versuche, das durch Fotos der gereinigten Beläge und Scheiben zu dokumentieren, auch wenn es nicht sehr deutlich zu sehen ist.

Mein Fazit:

Beide Scheibenarten sind inzwischen von minderer Qualität.

Die gestanzten Stahlscheiben sind in Stanzrichtung rasiermesserscharf und nicht versäubert, auch an den Aufnahmen in Richtung Kupplungsspinne.

Die Reibbeläge sind so positioniert verklebt, dass sie nach innen teilweise über das Trägermaterial überstehen.

Das hatte zur Folge, dass bei jedem Ein- und Auspuppel kleinste Sttücke des Belagmaterials förmlich abrasiert worden sind, die sich dann durch die Zentrifugalkräfte zwischen Reib. und Stahlscheiben gesetzt haben.

Folge: Die Kupplung schlosssolange nicht mehr, bis sich die Stücke im Getriebeöl verteilt hatten.
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Scharnhorst
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Re: Das mysteriöse Kupplungsversagen

Beitrag von Scharnhorst » Freitag 9. Oktober 2020, 22:51

Hallo Friehelm,

ich kenne zerlegte Kupplungen bisher nur von Bildern. Aber jetzt bekomme ich direkt Lust, mal die Ori-Kupplung, die ich vor 2017 gegen eine sog. "verstärkte Kupplung" getauscht habe, doch mal zu zerlegen.
Die ist damals immer mehr gerutscht und ich habe sie dann zusammen mit dem vor dem Kauf montierten 75er Zylinder runter geschmissen und gegen die oben genannte und den 85er DR getauscht.
Warum sie gerutscht ist und wie sie im Detail aussieht, habe ich nie untersucht. Zum damaligen Zeitpunkt hatte sie ca. 13.000 km drauf.

Ich war bisher zu bequem dazu, eine Kupplung zu öffnen...Die aktuelle kommt übrigens auch blendend mit dem großen DR zurecht.

Die alte Kupplung wollte ich schonmal entsorgen, aber wenn die Qualität so stark nachgelassen hat, hebe ich die besser auf...Wer weiß...

Gruß Paddy.
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Re: Das mysteriöse Kupplungsversagen

Beitrag von windhund » Freitag 9. Oktober 2020, 23:04

Hallo Friedhelm, mit Alwines Kupplung hatte ich bisher keine Probleme.Sie ist Baujahr 2002 und geht auf die 27000 km zu.In den Shops lese ich nur 4 Scheiben Kupplung mit unterschiedlicher Federzahl.Du schreibst nun von 3 Scheiben.Ist das jetzt u.U. ein Tippfehler.Wenn nicht,bis zu welchem Baujahr wurden die 3 Scheiben verbaut?Manfred.
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Re: Das mysteriöse Kupplungsversagen

Beitrag von kofewu » Samstag 10. Oktober 2020, 10:45

Die alte Kupplung wollte ich schonmal entsorgen, aber wenn die Qualität so stark nachgelassen hat, hebe ich die besser auf...Wer weiß...
Altteile besser immer aufheben! Genau aus dem genannten Grund. Die Kupplungen die ich bisher gefahren bin und zerlegt habe halten alle ewig und ich habe ein paar auf Vorrat, das reicht noch 40 Jahre. Der Wechsel kam immer nur durch Motortausch und Revision zustande, was jetzt hoffentlich vorbei ist mit dem 'neuen' C80 Motor.

Schade eigentlich um die Ape, die Werksqualität hat anscheinend so stark nachgelassen, dass die nur als Werbeträger taugt, oder gleich nach Erwerb nochmal richtig durchgeschraubt werden muss. Vielleicht stimmt bei Piaggio die Gewinnmarge dann doch noch, trotz Garantieleistungen.

Vielleicht sollten wir mal eine Liste mit bekannten Mängeln ab Werk bei der E4-Ape anlegen. Das wird ja immer mehr. Fehlende Schmierung an den Achsen, Späne im Getriebe, herausfallender Kupplungshebel, schief eingebautes Pickup, selbstzerstörende Kupplung... Da steht doch Piaggio drauf und nicht Fiat (->Fehler In Allen Teilen).
Es grüsst kofewu

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Re: Das mysteriöse Kupplungsversagen

Beitrag von Scharnhorst » Samstag 10. Oktober 2020, 13:53

Wobei ich immer viel vorgehabt habe, wegzuschmeißen, es aber bei den alten Kunststoffteilen blieb.

Den größten Fehler, den ich gemacht habe, waren die Ori-Felgen. Aber das ist jetzt halt so. Heute würde ich die natürlich strahlen. Was soll's.

Der Rest ist noch da. Auch bei der Wespe, wobei da nicht viel ist.

So habe ich jetzt auch einen Opfergaser zum Spielen...

Gruß Paddy.

@Wolfgang. Du hast jetzt einen C80 Motor drunter? Mit Elestart und Getrenntschmierung? 2T goes 21. Jhdt... [Cool.gif]

Wo kriegt ihr eigentlich immer die Ersatzmotoren her? Ich hätte auch gerne einen zum Spielen...
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Re: Das mysteriöse Kupplungsversagen

Beitrag von Bluesmate » Samstag 10. Oktober 2020, 16:29

@Manfred: wenn mein Gedächtnis mich nicht völlig im Stich lässt, dann ist die Original Kupplung bei der E4 immer noch mit 3 Scheiben.

Im Zubehör gibt es dann die "verstärkten" mit 4 dünneren Scheiben zu kaufen.

Beste Grüße,
Henning

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Re: Das mysteriöse Kupplungsversagen

Beitrag von windhund » Samstag 10. Oktober 2020, 16:47

Alles klar,Danke Hennig.Manfred.
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Re: Das mysteriöse Kupplungsversagen

Beitrag von kofewu » Samstag 10. Oktober 2020, 17:49

@Paddy: siehe
http://ape.schrauber1.de/elestart/elestart.html
und
http://ape.schrauber1.de/elestart/elestart_einbau.html

E-Start ja, Getrenntschmierung nein.
Der Motor wurde auf Ebay angeboten, teilzerlegt und mit Fehlteilen. Da muss man halt eine Weile die Augen offen halten, dann findet man auch was.
Es grüsst kofewu

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Re: Das mysteriöse Kupplungsversagen

Beitrag von HammerBlau » Samstag 10. Oktober 2020, 17:59

Henning hat dir schon zutreffend geantwortet, Manfred.

Die Kupplung ab Werk ist seit der Einführung sog. 6-Feder-Kupplung unverändert - drei (Kork)reibscheiben und zwei Stahlscheiben.

Auch die sog. Zentralfederkupplungen hatten ab Werk dieselbe Anzahl, aber eine größere Belagfläche, weil die Kupplungsspinne kleiner sein kann, ebenso wie das Ölfangblech. Deshalb sind alle Komponenten der beiden unterschiedlichen Typen nicht "mischbar".

In den großen Kupplungskorb passen aber beide Varianten. Einschränkungen gibt es nur beim Betätigungsmechanismus ( Druckstüch, Druckplatte und Kupplungsarm ), die sich aber überwinden lassen.

In meiner Hammerblauen ist die 4-Scheiben-Kupplung inzwischen bei mehr als 40000 Kilometern angekommen. Sie war schon bei 17500 Kilometern verbaut, als ich die Ape gebraucht gekauft habe.

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Re: Das mysteriöse Kupplungsversagen

Beitrag von windhund » Samstag 10. Oktober 2020, 18:03

Danke Friedhelm.Manfred.
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